Wertschätzung - was für ein Geschenk!

Wertschätzung ist ja unser Thema im August. Letzte Woche ging es um die Wertschätzung für uns selbst und welche Qualität darin liegt, zunächst den Blick auf uns zu richten. Die Verbindung zum heutigen Artikel haben wir dort bereits hergestellt: unserer Meinung nach gelingt Wertschätzung für den anderen leichter bzw. ist dann erst wirklich möglich, wenn wir unsere eigenen Werte und Schätze anerkennen. Einen guten Blick auf sich selbst und seine Schätze zu haben, bereitet den Boden, einen offenen Blick für die Schätze des anderen zu entwickeln.

Heute möchten wir uns genau mit diesem "Blick auf unser Gegenüber" beschäftigen. Wann fällt uns Wertschätzung für den anderen leicht? Was macht es uns dann so einfach? Und wann verhält es sich genau anders herum?

Gleich und Gleich gesellt sich gern

Vielleicht kennst Du das auch: Du lernst jemanden kennen, der oder die Dir auf Anhieb sympathisch ist. Ihr kommt ins Gespräch, die Themen gehen ganz leicht von der Hand, ihr stellt Gemeinsamkeiten fest .... und siehe da - Dir kommt wie von selbst ein Lob oder ein bestätigender Satz über die Lippen. Die Wertschätzung für den anderen ist geboren.

Solche Situationen zeigen, dass wir Menschen gerne im anderen das entdecken, was uns selbst auch ausmacht und gefällt. Soll heißen: wir sehen eher das, was wir bei uns auch erkennen und schätzen, denn dafür haben wir quasi die passende Brille auf. Umgekehrt verhält es sich übrigens ähnlich: was wir an uns nicht mögen, generalisieren wir häufig als "allgemein nicht erstrebenswert" - und zwar ohne genauer hinzuschauen, ob es für mein Gegenüber vielleicht gerade sehr stimmig ist und eigentlich gut zu ihm / ihr passt.

Viel spannender ist es, wenn sich die Situation quasi über kreuz verhält - ein echtes Sahnehäubchen unserer Wahrnehmung: was wir an uns selbst vermissen, sehen wir kurioserweise an anderen kritisch, wenn sie es mitbringen. Ein Beispiel, das Dir vielleicht bekannt vorkommt: Du bist selbst beispielsweise nicht gerade der ordentlichste Mensch und wünschst Dir insgeheim, für Deinen Wohlfühlfaktor mehr Ordnung in Deiner Wohnung zu haben ... besonders aufgeräumte Wohnungen bei anderen sind Dir jedoch beinahe suspekt ... na, ertappt?

Das Andere am anderen ist die Herausforderung ...

Je weiter mein Gegenüber in seinen Einstellungen, Verhaltensweisen oder Eigenheiten von mir selbst entfernt ist, desto schwieriger ist es, dieses Anderssein zu aktzeptieren. Geschweige denn, es zu WERTschätzen! Das Andere ist uns nicht ganz geheuer, es kommt uns fremd vor, es erfordert Aufwand und vielleicht auch Mut, sich damit genauer zu beschäftigen. Dabei könnten wir im ersten Schritt einfach eine andere Brille aufsetzen und es so sehen:

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Das Andere im anderen, das Fremde als Geschenk betrachten. Wow, wir finden, darin steckt eine kraftvolle Botschaft! Nämlich die Botschaft,

  • dass ich bereichert werde durch die Welt des anderen.
  • dass zu meinen eigenen Schätzen noch viele weitere dazukommen können.
  • dass mein Blick sich auf die Vielfalt des Lebens erweitert.

Tatsächlich - ich werde reich beschenkt, wenn ich neben dem, was mir bekannt vorkommt, eben genau das Anderssein wertschätze.

Mit dieser hoffnungsvollen Nachricht wünschen wir euch eine gute Zeit und viel Freude beim Entdecken und WERTschätzen des Andersseins der anderen!

Herzlichst

Andrea & Christine

Aus dem 2care Blog