Vier Erfolgsfaktoren wirksamer Weiterbildung

Jüngst fand ich (Christine) beim Ausmisten das Curriculum meiner Führungsausbildung bei der Bank. Darin fanden sich Themen wie "Führungsstile und ihre Wirkung", "Zeitmanagement in der Führung" oder "Konflikte bewältigen". Ich erinnere mich gut daran, dass ich nach der Seminarwoche reich gefüllt mit KnowHow an meinen Arbeitsplatz zurückkehrte und besten Willens war, so viel wie möglich umzusetzen. Doch schnell hatte mich der Alltag wieder im Griff und ließ das Gelernte aus dem Seminar in weite Ferne rücken.

Nun ist diese Erfahrung schon, sagen wir mal, ähm, "einige" Jahre her und die Weiterbildung von Führungskräften hat sich sicher seitdem gewandelt. Dennoch hören wir immer wieder, dass gerade die Frage, wie sich Inhalte in den Alltag einweben, wie ein nachhaltiger und wirksamer Transfer in die Praxis erfolgen kann, häufig offen bleibt.

Du kennst das vielleicht selbst auch: im Seminar bist Du begeistert - von den Inhalten, vom Referenten und den Methoden - und Du nimmst Dir einiges vor. Doch dann kommt der Kulturschock im Alltag: ein Termin jagt den nächsten, das neue Projekt startet, die Grippewelle fegt durch's Büro, und schon geraten Deine Vorhaben ins Hintertreffen.

Was Weiterbildung wirklich erfolgreich macht

Das beste Seminar bringt also nichts, wenn es später an der Umsetzung scheitert. Dann hast Du viel Geld ausgegeben und wenig bis gar nichts damit erreicht. Gleichzeitig ist das Angebot an Seminaren schier unerschöpflich. Wenn Du Mr. Google bspw. befragst nach den Stichworten "Seminar" und "Führungskräfte", erhältst Du 455.000 Antworten!! Doch wie findest Du in diesem Dschungel die passende Weiterbildung für Dich? Was macht ein Seminar wirklich erfolgreich? Wir haben für Dich die aus unserer Sicht vier wesentlichen Erfolgsfaktoren zusammengestellt.

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1. Stärken stärken statt an Schwächen herumdoktern

Die Frage, die dahinter steht: wofür möchtest Du Deine Energie aufwenden? Für etwas, das Dir bisher fehlt oder nicht so gut gelingt, oder für den Ausbau von etwas, das Dir Freude bereitet und das Dir leicht gelingt? Oder anders ausgedrückt: wirksame Weiterbildung macht nicht den Bock zum Gärtner, sondern lässt sowohl den Bock als auch den Gärtner in seinen jeweiligen Stärken wachsen!

Weiterbildung entfaltet dann ihre volle Wirkung, wenn sie Dich darin unterstützt, Deine Stärken zu erkennen und auszubauen. Wir Menschen tendieren leider dazu, eher auf das zu schauen, was uns nicht gelingt und wo noch "Luft nach oben" ist. Die Aufarbeitung solcher vermeintlichen Schwächen fordert jedoch viel Kraft und Konsequenz und macht sicher nicht besonders viel Spaß. Dazu kommt, dass wir gern wieder in alte Muster zurückfallen. Die Konzentration auf Deine Stärken hingegen wirkt wie ein Turbolader: Du bringst Deine Talente zum Strahlen und auf dieser Basis Neues zu lernen oder auszuprobieren fällt Dir richtig leicht.

Als Führungkraft kommt noch ein weiterer, sehr wertvoller Aspekt hinzu, den wir von 2care als "Dominoeffekt" bezeichnen: gelingt es Dir nämlich, auf Dich selbst wohlwollend zu schauen und Dich Deiner Stärken zu besinnen, so nimmst Du auch bei Deinen Mitarbeitenden eher deren Stärken und Talente wahr.

2. Selber entwickeln statt nachmachen

Weiterbildung, die wirklich am Puls der Zeit ist, verzichtet darauf, Dir zu sagen, wie es "richtig" geht! Vielleicht kommt Dir das bekannt vor: Du hast für schwierige Mitarbeitergespräche einen Leitfaden bekommen. Schön und gut. In den Gesprächen spürst Du aber, dass der Leitfaden viel zu starr ist und es Dir dadurch schwer fällt, intuitiv und spontan auf Dein Gegenüber einzugehen.

Die Ursache hierfür: was für andere ein Erfolgsrezept ist, muss es für Dich noch lange nicht sein. Weil Du eben ganz anders gestrickt bist. Weil Dein Gegenüber anders gestrickt ist. Und weil eben jede Situation eine ganz andere ist. Erfolgreiche Weiterbildung gibt Dir wichtige Impulse und lässt Dich ein Gespür entwickeln, wie Du ganz persönlich in bestimmten Führungssituationen vorgehen kannst. So stärkt sie Dich darin, Deine Möglichkeiten UND Grenzen zu erkennen. Und so entwickelst Du Deinen eigenen Handlungsspielraum, in dem Du Dich sicher bewegen kannst.

Genau deshalb heißen unsere Fortbildungen COACHinare, weil neben der reinen Wissensvermittlung die Weiterentwicklung der Persönlichkeit und die Entdeckung des eigenen Potenzials im Vordergrund stehen.

3. Wegstrecke statt Eintagsfliege

Weiterbildung heißt auch Weiter-Entwicklung und die funktioniert nunmal nicht auf Knopfdruck! Ein einmaliges Seminar läuft in unseren Augen immer Gefahr, in der Wirkung zu verpuffen. Du kannst dem natürlich entgegenwirken, indem Du Dir selbst regelmäßige Stops verordnest, in denen Du innehältst und die Umsetzung des Gelernten reflektierst. Oder Du hast einen Chef, der Dich dazu immer wieder animiert.

Die Praxis zeigt uns jedoch, dass es methodisch einen anderen, einen neuen Ansatz braucht. Erfolgreiche Weiterbildung dockt mehrfach im Alltag an. Die teilnehmenden Führungskräfte spiegeln uns immer wieder zurück, wie gut es ihnen tut und hilfreich es ist, dass sie sich in regelmäßigen Abständen ganz gezielt aus dem Tagesgeschäft rausziehen. So ermöglichen sie sich eine schrittweise Weiter-Entwicklung und diese schafft ein enormes Maß an Nachhaltigkeit in ihrem beruflichen Alltag.

Bei uns machst Du also eine Art Boxenstop. Du beginnst die Fahrt durch Deinen persönlichen Entwicklungsprozess im Startmodul und hältst dann in regelmäßigen Abständen in weiteren COACHinaren inne, knüpfst dabei an vorherige Stops an und fährst neu gestärkt und inspiriert weiter. Dabei ist die Zeit zwischen den Modulen besonders wertvoll, weil Du Dich da ausprobieren kannst und Deine ersten Vorhaben in die Tat umsetzt. Im nächsten Boxenstopp nimmst Du Dir dann Zeit zu reflektieren, wie es gelaufen ist und fügst dem Bild Deiner persönlichen Weiterentwicklung neue Puzzlestücke hinzu.

4. Flexibel statt Gießkanne

Glücklicherweise sind wir Menschen ja sehr verschieden. Nicht jeder braucht zu jedem Zeitpunkt dasselbe. Je nach Persönlichkeit, Position und Unternehmenssituation sind die eigenen und äußeren Ansprüche an Führungskräfte sehr unterschiedlich. Welchen Sinn hat also eine Fortbildung, die Wissen mit der Gießkanne an alle gleichermaßen verteilt?

Wir sind überzeugt, dass es in der heutigen Zeit veränderter gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen mehr denn je vonnöten ist, die eigene Weiterbildung flexibel gestalten zu können, und zwar zeitlich genauso wie inhaltlich. Nur so kannst Du den Besonderheiten in Deiner Führungssituation Rechnung tragen. Nur so vermeidest Du redundante Inhalte und nur so ist Deine Fortbildung wirklich passgenau und damit erfolgreich.

Und wie Du Dir vielleicht denken kannst, haben wir diesen Aspekt ebenso in unseren Konzepten berücksichtigt. Bei uns stellst Du Dir Deine Fortbildung individuell zusammen. Unter Berücksichtigung Deiner Vorerfahrung entscheidest Du Dich für die Bausteine, die zu Deinem Bedarf, zur Situation in Deinem Team und Deinem persönlichen Interesse passen. Und Du entscheidest, in welchem Tempo Du die Module absolvierst, d.h. wie häufig Du Dich für wie viele Tage aus dem Tagesgeschäft ausklinken kannst und möchtest.

Die Entscheidung lebt von Kopf UND Bauch

Wir Menschen brauchen für unsere Entscheidungen beides: der Kopf will abwägen und der Bauch rundet das Ganze im besten Falle mit einem guten Gefühl ab. Auf der rationalen Ebene können unsere 4 Aspekte eine wertvolle Orientierungshilfe für Dich sein. Für Deinen Bauch ist die persönliche Ebene zu den durchführenden Dozenten oder Coaches bzw. Trainern wesentlich.

Vielleicht kennst Du das auch von Dir: wenn wir uns in einer Umgebung wissen, in der wir uns wohlfühlen, dann fällt es uns viel leichter Neues zu lernen oder weiter zu entwickeln. Und im Falle einer Fortbildung gestaltet diese Umgebung eben ganz maßgeblich der oder die Durchführende. Also gilt es neben einem schlüssigen Konzept auch die "passenden" Referentinnen und Referenten zu finden. Lass` Dich dabei von Deinem Gespür leiten. Vielleicht kennst Du die Durchführenden schon und weißt, dass es menschlich passt - wunderbar! In vielen Fällen ist es jedoch anders. Dann recherchiere, was Du zu der Person erfahren kannst. Schaue Dich auf der Website um und versuche etwas über ihren Background und ihr Know How herauszufinden. Vielleicht entdeckst Du sogar Informationen zur Haltung und Arbeitweise. Schau' genau hin, was Dir auf dieser menschlichen Ebene besonders wichtig ist und wo es sich für Dich "einfach gut" oder stimmig anfühlt.

Was wir Dir auch empfehlen: ruf' einfach mal bei dem Weiterbildungsträger an - auch wenn Du vielleicht die entsprechende Person nicht direkt am Ohr hast, bekommst Du so ein Gespür, ob Du Dich dort gut aufgehoben fühlst. Wir finden diesen Kontakt im Vorfeld ganz wesentlich, er ebnet den Boden für die gemeinsame Zeit. ... und außerdem gehen wir mit unseren Teilnehmenden auch einfach gerne auf Tuchfühlung und lassen es ab dem ersten Kontakt menscheln;-).

Auf welchem Weg auch immer Du zu Deiner Entscheidung kommst - wir wünschen Dir, dass diese vier Aspekte Dir eine hilfreiche Entscheidungsstütze sind, damit Du mit einem umfassend guten Gefühl in Deine Fortbildung investieren kannst. Im besten Fall sagst Du hinterher: "meine Zeit und mein Geld waren gut angelegt"!

Herzliche Grüße
Andrea & Christine

Wir l(i)eben Gesundheit!

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