Stolperst Du noch oder baust Du schon?

In unserem vierten und abschließenden Artikel zum Thema "Wertschätzung" geht es heute darum, auch den Dingen/ Momenten/ Situationen, die in unserem Leben nicht so rund laufen, wertschätzende Beachtung zu schenken. Die Sache mit der Wertschätzung fällt uns Menschen erfahrungsgemäß oft dann leichter, wenn das, was uns begegnet, unseren (Wert-) Vorstellungen entspricht. So treten wir z.B. Menschen eher dann wertschätzend gegenüber, wenn sie Eigenschaften zeigen, die wir selbst sympathisch finden - darüber handelte unser vorletzter Artikel. Oder letzte Woche: den Augenblick wertzuschätzen ist immer dann einfacher, wenn es ein schöner, erfüllender Augenblick ist.

Wie sieht es auf der "anderen" Seite aus? Wie gehen wir damit um, wenn es mal so richtig schwierig wird - vermutlich kommen Dir gerade schon Situationen in den Sinn, die eine Herausforderung oder eine schmerzvolle Erfahrung für Dich waren oder die Dich an Deine Grenzen gebracht haben. Wie ist es dann um die Wertschätzung für dieses "Schwierige" bestellt?

Der in uns Menschen natürlich angelegte Instinkt ist in solchen Fällen entweder Angriff oder Flucht. Beides können erfolgreiche Strategien sein, um im Extremfall unser Überleben zu sichern - keine Frage. Beides kostet aber auch Kraft und bedingt mitunter Folgeerscheinungen, die die Situation nicht unbedingt einfacher machen. Ein Angriff, z.B. in Form einer heftigen verbalen Auseinandersetzung, kann weitere Verletzungen auf beiden Seiten zufügen. Eine Flucht, z.B. indem Du Dich zurückziehst und die Situation meidest, gibt Dir oberflächlich und für kurze Zeit zwar das Gefühl, sie "bewältigt" zu haben. Langfristig gelöst fühlt sich die Situation dennoch nicht an, denn oftmals holt sie Dich zu einem späteren Zeitpunkt wieder ein. Was also tun?

Stolpersteine als Baumaterial

Vielleicht durftest Du ja auch schon mal eine ganz andere Erfahrung machen. In etwa so: eine schwierige Situation, so unangenehm sie auch war, hat Dir neue Türen geöffnet oder neue Wege aufgezeigt; vielleicht nicht unmittelbar und genau in dem Moment, sondern eher im Nachinein oder sagen wir, in der Nachwirkung. Wir können also aus Stolpersteinen, die auf unserem Weg liegen, Neues bauen! Eine schöne, irgendwie erleichternde Vorstellung, wie wir finden. Sie nimmt dem "Schwierigen" im wörtlichen Sinne ein Stück weit das Schwere, denn Sie fügt einen konstruktiven Aspekt hinzu: sie zeigt auf, dass wir selbst etwas in die Hand nehmen und gestalten können.

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Als aufmerksame(r) Leser oder Leserin unseres Blogs weißt Du, dass jetzt keine Patentrezepte folgen, wie es Dir gelingen kann, die Stolpersteine Deines Lebens als Baumaterial zu nutzen. Auch heute haben wir nicht die "10 einfachsten Bausätze für Deine Stolpersteine" im Angebot. Vielleicht inspirieren Dich die folgenden Fragen, um den schwierigen Situationen in Deinem Leben zukünftig auf etwas andere Art und mit "neuer" Wertschätzung zu begegnen:

  • Was kann ich aus dieser Situation lernen? Welches Wachstum ermöglicht sie mir?
  • Welcher Schatz steckt - verborgen unter der Oberfläche - in dieser Herausforderung?
  • Welche neue Eigenschaft oder Fähigkeit lerne ich daran gerade bei mir kennen?

Fällt Dir auf, was in den Fragen seine Wirkung entfaltet? Es ist der Perpektivwechsel - vielleicht ist Dir dieser schon einmal bei uns begegnet, wir sind Fan davon:-). Dieser Wechsel lädt Dich ein, eine schwierige Situation nicht (nur) als Belastung zu sehen, sondern eben auch die andere Brille aufzusetzen und sie so als Chance zu persönlichem Wachstum wahrzunehmen. Das mag sich ungewohnt anfühlen oder vielleicht auch mit einer guten Portion Mut verbunden sein, sich zu trauen, mal die andere Seite zu betrachten. Wir glauben es lohnt sich und ist gesund, denn das Leben hält genau in solchen Situationen wertvolle Schätze für uns parat. Oder um es mit den Worten einer Leserin unserer Facebook-Fanpage auszudrücken: "Persönliches Wachstum findet nur dann statt, wenn wir innerlich nicht stehen bleiben". Danke dafür!:-)

So wünschen wir Dir, dass Du in Deinem Leben immer wieder Stolpersteine findest, mit denen Du Dir Deinen Weg weiter (aus-) bauen oder auch einmal ebnen kannst: den Weg zu neuen Ufern, den Berg hinauf oder zu Dir selbst!

Herzlichst

Christine & Andrea

Aus dem 2care Blog