Sind Frauen die besseren Chefinnen?

Neulich lief uns dieser interessante Artikel über den Weg - er berichtet über eine neue Studie der TU München, die sich mit dem Unternehmenserfolg befasst, wenn diese von Frauen geführt werden. Das Forschungsdesign mutet etwas makaber an: die Wissenschaftler haben sich bei 3000 Unternehmen weltweit angesehen, wie sich der Aktienkurs entwickelt, wenn eine Chefin im Amt verstirbt oder wegen schwerer Krankheit ausscheidet. Sie verglichen die Kursentwicklung dieser Unternehmen mit Fällen, in denen ein männlicher Chef wegen Krankheit oder Tod aus seinem Amt ausschied. Das Ergebnis ist frappierend: die Anleger vermissten vor allem die plötzlich ausgeschiedenen Frauen, ganz besonders übrigens auch dann, wenn der Nachfolger ein Mann war. Was das Fazit zulässt: Frauen stehen für Unternehmenserfolg.

Interessantes Ergebnis - dennoch wirft es Fragen auf:

  • Was ist eigentlich Unternehmenserfolg? Nur Aktienkursentwicklung? Oder gibt es nicht vielmehr noch weitere Indikatoren, die den Erfolg eines Unternehmens sichtbar machen?
  • Mit welchen Mitteln sind Frauen den Weg an die Spitze gegangen? Waren für sie auch Seminare mit dem Titel "Souveränitätstraining für Frauen" oder Buchtital à la "Das Arroganzprinzip - so haben Frauen mehr Erfolg im Beruf" der Weg, sich in der männerdominierten Führungsetage zu behaupten?

Wir meinen: die Zeit ist längst überfällig, sich eine ganz andere Frage zu stellen!

Was ist eigentlich "gute Führung"?

Die wichtigste Botschaft vorweg:

gute_f_hrung_ist_weder_weiblich_noch_m_n

  • Gute Führung hat mit gesunder Haltung zu tun. Eine gesunde Haltung den Menschen gegenüber - und zwar den von mir geführten Menschen gegenüber, und in allererster Linie auch gegenüber mir selbst. Das heißt also: nur, wenn ich mich selbst gut führe, kann ich auch andere gut & menschlich führen.
  • Gute Führung erzeugt gute Gefühle. Daniel Goleman sagte einmal: "Die grundlegende Aufgabe von Führungskräften besteht darin, in den Menschen, die sie führen, positive Gefühle zu wecken. Das geschieht, wenn Führungskräfte Resonanz erzeugen – ein Reservoir an positiven Gefühlen, das das Beste in den Menschen hervorbringt. Emotional intelligente Führungskräfte sprechen also Grundbedürfnisse von Menschen an, wie z.B. Wertschätzung, Transparenz und Partizipation und schaffen damit die Basis dafür, die Potenziale der Menschen hervorzuholen und durch Fokussierung auf die Stärken aller gemeinsam Bestmögliches zu leisten.
  • Gute und damit gesunde Führung steht auf den Säulen der Salutogenese - Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit. Wenn Führungskräfte zu diesen 3 Bereichen sich und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Fragen stellen und alle ihre stimmigen Antworten dazu finden, wird ein ganz grundlegendes Bedürfnis des Menschen bedient: Zugehörigkeit! Sie ist der Motor für gemeinsamen Erfolg.

Nun fragen wir Dich: wer erfüllt all' diese Anforderungen an gute, gesunde Führung besser? Männer oder Frauen?

Du kannst es Dir denken: weder noch! Was aber klar ist: der zahlen- und ausschließlich outputorientierte Führungsstil, der in den letzten Jahrzehnten im Wesentlichen von Männern geprägt wurde, führt heute nicht mehr zum Erfolg.

  • Es braucht neue Wege in der Führung! Immer öfter erleben wir heute - auch in unseren COACHinaren -, dass Führungkräfte, egal ob Mann oder Frau, einen anderen Fokus mit den ihnen anvertrauten Menschen setzen möchten: menschlich, werteorientiert, auf Augenhöhe.
  • Und: es braucht "neue", mutige Unternehmensleitungen! Unternehmensleitungen, die dafür einstehen, dass Unternehmenserfolg dauerhaft nur mit guter, gesunder Führung möglich ist. Dazu braucht es eine florierende Unternehmenskultur, die dem Menschen mit all` seinen Begabungen Raum für Wachstum schenkt, um so gemeinsam kreative, neue Wege zu denken und erfolgreich zu gehen.

Mit dieser Klarheit im Gepäck, stellt sich heutzutage also nicht (mehr) die Frage nach dem Geschlecht, sondern vielmehr nach dem WIE einer guten gesunden (Selbst-) Führung von Menschen. Und um genau dieses WIE mit Leben zu füllen, braucht es Visionen.

Wir meinen: die Zeit ist reif für gesunde Visionen!

.... reif für eine Vision einer gesunden Unternehmenswelt,

  • in der Menschen sich wohlfühlen, weil sie sich entfalten können und den Sinn ihres Tuns spüren.
  • in der die Auswahl von Führungskräften menschlich und nicht weiblich oder männlich geprägt ist.
  • in der Chefinnen und Chefs eine bunte und vielfältige Unternehmenskultur fördern.

... und ganz nebenbei braucht es in dieser Unternehmenswelt auch keine Frauenquote mehr!

Sei mutig und lass` es menscheln!

Liebe Führungsfrau, lieber Führungsmann: lass Dich nicht einwickeln in die immer wieder neuen Diskussionen und konkurrierenden Muster, wer wohl die bessere Führungskraft ist. Trau Dich vielmehr, DICH als Mensch zu zeigen, um so mit Deinen weiblichen oder männlichen Talenten die Führungskultur neu - eben wirklich menschlich - zu gestalten!

Dabei wünschen wir Dir in allem, was Du tust eine gesunde Portion Mut und den Glauben an Dich und Deine Talente!

Herzlichst,
Christine Kempkes & Andrea Lawlor

Wir l(i)eben Gesundheit!

Aus dem 2care Blog