Immer schön am Ball bleiben, oder was?

Neulich war es mal wieder so weit. Wir stellten fest, dass wir viele, eigentlich zu viele, Bälle in der Luft halten... puh, anstrengendes Jonglieren war das. Kennst Du das auch?

  • Mehrere Projekte befinden sich in der Hochphase und fordern Arbeitszeit und -kraft ein.
  • Die Deadline für einen wichtigen Termin naht.
  • Im Kopf schwirren viele neue Ideen herum.
  • Kundenanfragen wollen zeitnah beantwortet werden.
  • Schon wieder Monatsultimo - Zeit für die Steuerunterlagen.
  • Schlussphase des Schuljahrs: letzte Klassenarbeiten oder Abschlussfeiern stehen an.
  • Das Wohnzimmer wurde renoviert, aber die Kisten stehen immer noch unausgepackt herum.
  • Im Garten freut sich das Grünzeug über jeden Regentag.
  • ... und die Bücher, die Du unbedingt lesen möchtest, stapeln sich.

Da kommen einige Bälle zusammen und vermutlich kannst Du die Aufzählung locker um weitere ergänzen.

Kennst Du auch das Gefühl, das sich nach und nach einschleicht, wenn sich so viele Aufgaben türmen? Und fragst Du Dich dann auch, wie Du das ALLES bewältigen sollst?

Wir möchten Dir heute erzählen, wie wir mit solchen herausfordernden Situationen gelernt haben umzugehen. Vielleicht ist für Dich der eine oder andere Gedanke dabei, der Dir künftig beim gesunden "Bälle sortieren" helfen kann.

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Am Ball bleiben - aber an welchem und wie?

Zunächst einmal braucht es einen Überblick: welche Themen liegen im Moment wirklich auf dem Tisch - oder um im Bild zu bleiben: welche Bälle sind denn nun tatsächlich am Start? Uns hilft dabei tatsächlich die gute alte Liste, schön 'old school' per Hand geschrieben - noch ganz unsortiert, ohne Wertung oder Prioritäten.

Auf dieser Liste kennzeichnen wir im nächsten Schritt schon mal die Dinge, die wir nicht selbst erledigen müssen - oder anders ausgedrückt: die wir abgeben können. Gerade wir Frauen fühlen uns oft für alles selbst verantwortlich - kommt Dir das bekannt vor? Ganz ehrlich: den Ball für`s "Mathe üben" zum Beispiel kann locker auch der große Bruder, der Vater, die Oma übernehmen... oder auch mal das Kind selbst. Die letzten Wochen haben uns gerade auf diesem Gebiet gezeigt, dass viel mehr geht als gedacht - wenn wir bereit sind, die Verantwortung ein Stück weit abzugeben. Probiere Dich aus und starte mit den "kleinen" Themen, um so Schritt für Schritt und mit einem guten Gefühl Verantwortung zu teilen bzw. abzugeben.

Als nächstes markieren wir die Dinge, die gar nicht so dringend sind. Das "Unkraut" im Garten ist bspw. so ein Ball, der hingelegt werden darf. Wer stört sich denn daran, dass das Grünzeug noch ein Weilchen weiter wächst? Doch am ehesten wir selbst. Wir setzen uns oftmals unter Druck, dass alles - gerade in der Außenwirkung - schön perfekt sein muss. Um es mit Dr. Petra Bock, einer großartigen Coachin, zu sagen: klarer MINDFUCK! Also Gedankenmüll!

Vielleicht ist Dir Petra Bock auch schon einmal über den Weg gelaufen? Wir sind Fan seit ihrem ersten Buch "MINDFUCK- Warum wir uns selbst sabotieren und was wir dagegen tun können". Dort beschreibt Sie sieben verschiedene Schranken in unseren Köpfen, die uns das Leben manchmal ziemlich schwer machen. In unserem Garten-Beispiel steht uns vermutlich der "Druckmacher-MINDFUCK" im Weg, der mit einer listigen "Wenn-dann-Zange" arbeitet: wenn du jetzt nicht den Garten in Ordnung bringst, dann werden die Nachbarn sich das Maul zerreißen. Petra Bock ermöglicht uns damit, zu verstehen, wie wir ticken. Verstehen ermöglicht Veränderung! Glücklicherweise haben wir unseren Gedankenmüll selbst in der Hand und können ihn verändern - es ist eine Frage der Entscheidung und in dieser sind wir frei. WIR entscheiden, was wir tun oder lassen und eben nicht die Nachbarn. Bist Du neugierig mehr über Deine inneren Saboteure zu erfahren? Ein Blick ins Buch lohnt sich!

Nun schauen wir uns die Liste ein weiteres Mal an - sie ist ja schon ein wenig geschrumpft, nicht mehr dieser anfängliche monströse Bällehaufen. Jetzt folgt ein ganz wichtiger Schritt:

Fokus - Fokus - Fokus

Soll heißen: es ist Zeit sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren. Welcher Ball MUSS nun als nächstes gespielt werden? Dazu hilft es, ein wenig in der Zeit vorzuspulen und einen Blick darauf zu werfen, welche Termine wann anstehen und was dafür noch zu erledigen ist (idealerweise machen wir immer zu Beginn eines Quartals eine Themen- und Aufgabenplanung, aber das ist eine Geschichte für einen weiteren Blogartikel:-)). Vielleicht ist es auch notwendig, neu zu priorisieren. Was hat ggf. noch etwas länger Zeit? Oder können Aufgabenpakete auch abgespeckt werden? So entsteht Schritt für Schritt eine To-Do-Liste mit Prioritäten und einer Kennzeichnung, wer sich um was bis wann kümmert.

Vielleicht klingt das für dich auf den ersten Blick sehr technisch? Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dieser Prozess, wie gerade beschrieben, unglaublich viel Last nimmt. Es tut gut, Bälle bewusst hinzulegen. Sie sind damit ja nicht weg (es sei denn, wir haben sie abgegeben), sie liegen nun da und haben ihren Platz bekommen. So haben wir die Hände frei für die wirklich wichtigen Bälle - das hält uns gesund, denn wir mobilisieren die Kräfte für das, was gerade wirklich wichtig ist. Selbst wenn die endgültige Liste immer noch lang ist - sie fühlt sich nicht mehr so monströs an, weil die Bälle klarer zu sehen und weil sie gut sortiert sind.

Sich immer wieder zu fokussieren, ist ein Tipp, den wir Dir für die verschiedensten Lebenslagen mitgeben möchten. Zu schnell geht im Alltag der Blick für das Wesentliche verloren, drängeln sich Nebensächlichkeiten in den Vordergrund. Warum nicht morgens bei der zweiten Tasse Kaffee oder Tee kurz in den Tag zoomen und die wirklich wichtigen Bälle identifizieren? Die anderen kannst Du dann getrost zur Seite legen.

Welchen Ball möchtest Du heute mal loslassen? Welchen Ball spielst Du jemand anderem zu?

Herzlichst

Andrea Lawlor & Christine Kempkes

Wir l(i)eben Gesundheit!

Aus dem 2care Blog