Gesunde Unternehmenskultur

.... DIE Herausforderung unserer Zeit!

Neuer Monat - neues Thema! In unserem letzten Artikel haben wir aus ziemlich hoher Flughöhe beleuchtet, warum wir meinen, dass nicht nur gesellschaftlich, sondern auch in Unternehmen, Organisationen und Schulen eine neue Zeit anbricht. Wenn Du magst, kannst Du unsere Gedanken dazu hier noch einmal nachlesen.

Den Februar stellen wir nun unter die Überschrift "Unternehmenskultur gesund gestalten". Wir stellen euch dazu im heutigen und im nächsten Blog aktuelle (HR-) Trends vor, machen uns Gedanken darüber, welche Konsequenzen aufgrund veränderter gesellschaftlicher Bedürfnisse auf Unternehmen zukommen und was es aus unserer Sicht braucht, um diese Veränderungsprozesse gesund zu durchlaufen.

Glücklicherweise hält in jüngerer Zeit wieder eine menschlichere Kompenente in deutsche Unternehmen Einzug: in Zeiten des Demographischen Wandels und Fachkräftemangels einerseits und nachwachsender Generationen mit veränderten Ansprüchen an eine zufriedene, erfüllte Berufstätigkeit andererseits rückt der Mensch als Individuum mit seiner Arbeitskraft wieder mehr in den Mittelpunkt. Es gilt als Unternehmen eine attraktive Arbeitgebermarke zu gestalten, um die passenden MitarbeiterInnen möglichst im Unternehmen zu halten bzw. für das Unternehmen zu gewinnen. "Employer Branding" ist das Stichwort. Teil einer solchen Arbeitgebermarke ist die gelebte Unternehmenskultur, die Antworten findet auf Fragen wie:

  • Welches Miteinander pflegen MitarbeiterInnen und Vorgesetzte?
  • Inwiefern passen Aussagen in Hochglanzbroschüren oder auf der Website zum täglichen Erleben der MitarbeiterInnen?
  • Wie ist der Umgang mit Konflikten, mit Krankheit oder in schwierigen Lebenssituationen - also wenn's mal anspruchsvoll wird?

Zwei aktuelle Studien unterstreichen die Wichtigkeit!

Die letzte Deloitte-Studie "Global Human Capital Trends 2015", in der weltweit 3.300 Geschäftsführer und HR-Leiter aus 106 Ländern befragt wurden, zeigt für Deutschland spannende Ergebnisse:

  • das TOP1-Thema für Unternehmen ist "Kultur & Bindung"! Durch die zunehmende Verfügbarkeit von Informationen in sozialen Medien sind Unternehmen gläserner geworden, was die MitarbeiterInnen und BewerberInnen in eine Art Konsumentenrolle bringt. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten sind künftig Vertreter der Generation Y, die ihren Arbeitgeber besonders kritisch auswählt und im Bewerbungssprozess Fragen zur gelebten Unternehmenskultur nicht scheut. Umso wichtiger werden für Unternehmen auch Faktoren wie ihr gesellschaftliches und soziales Engagement.
  • als das TOP 2-Thema der Studie identifiziert Deloitte eine Lücke zwischen der immer noch hohen Relevanz des Themas "Ausbildung und Entwicklung von Führungkräften" (zuletzt Platz 1) und den Fortschritten, die im letzten Jahr erzielt wurden. Hier scheint deutlicher Handlungsbedarf für Unternehmen zu bestehen, die vorhandenen Führungsentwicklungsprogramme und -maßnahmen auf Eignung, Passgenauigkeit und Zukunftsfähigkeit zu überprüfen.

Wir von 2care sagen: TOP1 und TOP2 gehören unmittelbar zusammen! Denn die Unternehmenskultur wird ganz elementar von den Führungskräften geprägt, von ihrem Umgang mit den Menschen, mit ihrer Arbeitskraft und mit allen leichteren oder auch schwierigeren Situationen, die den Führungsalltag ausmachen.

Eine weitere aktuelle Studie stützt die o.g. Erkenntnisse: in der "JobTrends Deutschland 2015" von Staufenbiel wurden Personalentscheider von 197 Unternehmen befragt, die zusammen weltweit über 3,6 Millionen MitarbeiterInnen, davon in Deutschland 800.000, beschäftigen. Ganz gezielt geht es in dieser Studie um die Anforderungen und Angebote von Unternehmen, die Hochschulabsolventen rekrutieren. Und auch hier ein klares Ergebnis:

  • 88% der Unternehmen sagen, dass die Unternehmenskultur für das Employer Branding und Recruiting eine wichtige Rolle spielt. Gerade die jüngeren ArbeitnehmerInnen setzen neue Prioritäten: sie legen nicht nur Wert auf spannende Projekte, eine angemessene Bezahlung und gute Aufstiegschancen. Bei der Entscheidung für oder gegen einen potenziellen Arbeitgeber sind für sie mindestens ebenso wichtig Faktoren wie der Umgang zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten, der Sinn ihrer Tätigkeit oder auch Unternehmensziele, die nicht nur auf pure Gewinnmaximierung ausgerichtet sind.
  • Und: 90% der befragten Personaler rechnen in den kommenden Jahren mit einer steigenden Tendenz hinsichtlich der Bedeutung der Unternehmenskultur!

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Wie geht gesunde Unternehmenskultur?

Die spannende Frage ist ja nun: wie gehen Unternehmen & Organisationen mit diesen Erkenntnissen um? Wie also lässt sich eine Unternehmenskultur gestalten, die die Menschen trägt und die Basis ist für eine dauerhaft gesunde Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der MitarbeiterInnen? Unsere Meinung dazu:

  1. Es gibt nicht DIE Unternehmenskultur, die mal eben per Knopfdruck geschaffen werden kann. Sie kann zwar durch wenige unbedachte Handlungen der Unternehmensleitung schnell vernichtet werden, ihr Aufbau jedoch benötigt Zeit. Es braucht einen bunten Strauß an unterstützenden Maßnahmen, damit das Vertrauen der Menschen in ihr Unternehmen Schritt für Schritt wachsen kann.
  2. Führungskräfte sind der entscheidende Faktor einer gesunden Unternehmenskultur - und zwar Top Down - auf allen Führungsebenen. Kulturen verändern sich nicht maßgeblich durch einmalige Events oder einen motivierenden Weihnachtsbrief der Geschäftsleitung. Nein, es braucht die tagtäglich gelebte Praxis. So wächst durch glaubwürdiges, transparentes und wertschätzendes Agieren der Führungskräfte nach und nach die zarte Pflanze Unternehmenskultur und wird dauerhaft erlebbar.
  3. "Work-Life-Balance" führt nicht zum Ziel: Unternehmen sind gut beraten ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass Arbeit ein wesentlicher Teil des Lebens ist und eben nicht "das Leben" den Ausgleich zu ihr schafft. Gesunde Arbeitsbedingungen, die neben der Arbeitskraft auch den Menschen mit all' seinen Stärken und Ressourcen berücksichtigen, verbunden mit einer sinnstiftenden Tätigkeit gewinnen mit diesem Ansatz eine immer größere Bedeutung.

Wenn Du wissen möchtest, wie das alles konkret umsetzbar ist, dann bitten wir Dich um etwas Geduld bis zu unserem nächsten Blog in zwei Wochen. Dann nehmen wir nämlich aktuelle Trends wie "Feelgood Management" oder "Achtsamkeit in Unternehmen" unter die Lupe und erzählen euch, was wir von 2care ganz gezielt zu gesunden Unternehmenskulturen beitragen.

Bleib' also neugierig! In diesem Sinne wünschen wir Dir eine gesunde Zeit - herzliche Grüße

Andrea Lawlor & Christine Kempkes

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