Die Schulzeit:

gesunder Lern- und Entwicklungsraum oder ausbremsende Bewertungsmühle?

Wir laden Dich zur Beantwortung dieser Frage zunächst einmal dazu ein, Dich für einen Moment in Deine erlebte Schulzeit zurückzudenken. Wie war das damals, als Du zur Schule gegangen bist? Vielleicht nimmst Du bei diesem Gedankenspiel gerade

  • Widerwillen wahr: „Och nö, doch nicht das jetzt – bin so froh, dass ich die Zeit hinter mir habe“.
  • Neugier wahr: „Gute Idee, das habe ich schon lange nicht mehr gemacht“
  • Freude wahr: „Oh ja, gerne - das war einfach `ne tolle Zeit.“

Wie auch immer Dein individueller Rückblick aussieht: es vereint uns alle vermutlich die Erinnerung, dass Schule einen immensen Einfluss auf uns und unser Leben hat - wie auch immer wir diesen für uns wahrnehmen. Und es vereint uns vielleicht auch das Erleben, dass Schule einteilt in „Gewinner“ und „Loser“ (und je nachdem auf welcher Seite Du standst, war es eben einfacher oder auch schmerzlicher, die Schulzeit zu bewältigen). Was Schule also fast von Anfang an mit jedem machte: Du wurdest bewertet: in Mathe, Deutsch, Englisch, Sport uvm.

Und darin liegt eine wesentliche Funktion, die Schule früher (und leider meist auch noch heute) vornimmt: DU wirst (als Mensch) bewertet. Die Grenzen sind fließend - kleines Beispiel dazu: Deine Fähigkeiten in Mathe ließen Dich nicht als Mathegenie daherkommen, aber Mathe stand an Deiner Schule ganz weit oben auf der Gewinnerskala? Leider eine fatale Kombination, denn das ging dann in vielen Fällen mit einer Abwertung Deiner Person einher: „Die/der kann kein Mathe? Na, was kann der/die denn dann schon?“ …. Und Mathe kannst Du hier gerne durch jedes x-beliebige Fach tauschen. Ok, im besten Fall hattest Du eine umsichtige Lehrerin oder Lehrer, die/der sich davon nicht blenden ließ und Dich als Mensch eben nicht auf Deine Mathekenntnisse reduziert hat und Dich nicht in die Loser-Schublade packte. Das war leider in vielen Fällen eher eine Ausnahme als der erlebte Alltag im klassischen Schulsystem!

Vielleicht fallen Dir gerade noch viele weitere Beispiele ein, positive wie negative. Eins steht fest:

Schule macht etwas – sogar ziemlich viel – mit uns. Daher ist sie auch so wichtig: für uns als Mensch und für die Gesellschaft, denn die Schüler/innen von heute sind die Gestalter unserer Gesellschaft von morgen.

Und genau deshalb widmen wir von 2care uns in diesem Monat auch eines unserer Herzensthemen: der guten gesunden Schule. Dazu schauen wir jedoch nicht zurück, sondern gesund nach vorne und laden Dich auf eine kleine Gedankenreise ein:

Stell` Dir einmal vor…

die Kinder und Jugendlichen von heute würden in ein paar Jahren zu ihrer erlebten Schulzeit befragt und so oder so ähnlich antworten:

Meine Schulzeit war eine meiner Lieblingszeiten, weil…

  • ich mich dort frei entfalten konnte, so wie es zu meinen Stärken passte.
  • ich neugierig sein durfte und dazu lernen konnte, und zwar dort, wo es mir wichtig war, wo meine Interessen lagen.
  • ich wohltuende Gemeinschaft erfahren durfte: Jeder Mensch ist anders – und das ist gut und bereichernd für unsere Gesellschaft.
  • ich nicht in Schubladen von „schlechter“ oder „besser“ gesteckt wurde, sondern in meiner Persönlichkeit gesehen und gefördert wurde.
  • ich lernen durfte, Verantwortung für das zu übernehmen, was mir wichtig war und mich dafür einzusetzen.
  • ich gelernt habe, was es heißt, selbstgewählte Herausforderungen zu meistern und an diesen zu wachsen.
  • ich gelernt habe, wie wertvoll Wissen für mich ist und mit wie viel Freude dieses die Lehrer/innen uns mitgeteilt und lebensnah vermittelt haben.

Na, wie klingt das?

Wir finden: Schule darf (und muss) ihrer wichtigen Aufgabe der Bildung und Entwicklung von Persönlichkeiten endlich gerecht werden.

Wir wissen: viele LehrerInnen/ Schulleitungen und andere Schulakteure sehen das ganz genauso. Diesen Bedarf nehmen wir aus den verschiedensten Gesprächen mit Lehrer/innen immer deutlicher wahr.

Es ist also an der Zeit für gesunden Aufbruch…

hin zu einer guten gesunden Schule von heute, die Menschen in ihrer Einzigartigkeit wachsen lässt und sie mit wertvollem Wissen für ihr Leben ausstattet.

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Das siehst Du genauso? Dann haben wir gute Nachrichten für Dich: es tut sich etwas in der deutschen Schullandschaft! Gut, noch nicht überall und teilweise sind die Veränderungen auch noch klein und nicht wirklich im Außen spürbar… aber hier ein paar Mutmacher für Dich:

1: Es gibt den Willen und die Mittel, um gute gesunde Schule zu ermöglichen:

  • Seit 2009 geht das Land NRW mit seinem Programm „Bildung und Gesundheit“ – kurz BuG – einen wichtigen Schritt in Richtung „zukunftsfähige Schulwelt“. In diesem Programm geht es darum, mit Gesundheit gute Schulen zu entwickeln und damit Gesundheit für die Bildung zu nutzen.
  • Einer unserer Leitsätze in diesem Kontext ist: Gesunde Schulqualität geht nicht ohne gesunde Menschen in gesunder Umgebung und umgekehrt! Das BuG-Programm unterstützt diesen Ansatz zu 100%, denn es legt Wert auf Maßnahmen, die Verhaltens- und Verhältnisprävention gesund miteinander vereinen. So kann sich Schule mit allen Beteiligten Menschen ganzheitlich entwickeln.

2. Es gibt Menschen, die sich unermüdlich für die „neue“ gute, gesunde Schule einsetzen:

  • Margret Rasfeld ist eine von ihnen. Eine Visionärin, die sich schon 2007 auf die Reise gemacht hat und an ihrer Schule - der Evangelischen Schule Berlin Zentrum – ein Schulkonzept etabliert hat, das mittlerweile selbst international Beachtung findet, weil es die Verwirklichung einer neuen Schul- und Lernkultur möglich macht.
  • Ein solches Konzept braucht neben Mut auch eine Vision und diese hatte Frau Rasfeld von Anfang an: „Wenn die Vision groß ist, können die konkreten Schritte klein sein: Wie bauen wir eine Schule, in der die Lehrer wirklich in Beziehung zu den Schülern gehen können? Eine Schule, wo Wertschätzung eine große Rolle spielt. Wo Schüler selbstorganisiert lernen können. Eine Schule, wo es Freiraum gibt für Projektarbeit, wo sich Kreativität entfalten kann und wo das Lernen im Leben zentral verankert ist.

3. Es gibt Menschen, die Schulen und deren Menschen auf ihrem Weg wirksam unterstützen:

  • Denn eines ist ebenso klar: Schulen brauchen Unterstützung auf ihrem gesunden Weg. Wir erleben in Gesprächen mit Schulleitungen oder anderen Schulakteuren immer wieder, dass es oft an einer ganz entscheidenden Stelle mit der Umsetzung hakt: "Wie sollen wir denn das jetzt auch noch schaffen?". Die aktuellen und herausfordernden Themen, mit denen Schulen heutzutage konfrontiert sind (Inklusion, Bildung und Integration von Flüchtlingsskindern, Digitalisierung - um die großen Themen zu nennen) lassen die Beteiligten ein Stück weit hilflos zurück, um den gesunden Weg tatsächlich und nachhaltig zu beschreiten.
  • Hier kommen Menschen, wie wir von 2care, ins Spiel. Uns liegt viel daran, Menschen und Schulen sinnvoll zu begleiten, um mit machbaren Mitteln und den individuellen Bedürfnissen und Rahmenbedingungen einen Weg zu finden, dass Schule zu einem Ort wird, an dem das Lehren und Lernen ALLEN Beteiligten wirklich Spaß macht, Kreativität gefragt ist und Selbstverantwortung gefördert wird. Wie das ganz konkret an Deiner Schule aussehen kann? Sprich uns gerne dazu an!

Diese 3 Faktoren - und bestimmt gibt es noch weitere - bilden aus unserer Sicht heute eine motivierende Grundlage, um Dranzubleiben. Dranzubleiben an der Verwirklichung, die Schulzeit für alle Beteiligten zu einer guten gesunden Erfahrung werden zu lassen! Denn wir sind uns sicher: wenn zufriedenere und gesündere LehrerInnen auf wissbegierige und neugierige SchülerInnen treffen - und das in einer kreativen, gesunden Lernumgebung -, träumen wir nicht mehr von einer guten Schulzeit, dann ist sie Wirklichkeit!

Übrigens: von "Schule" sind wir ja irgendwie alle betroffen: nicht nur, weil wir selbst sie besucht haben, sondern auch, weil wir heute Kinder im Schulalter haben oder Patenkinder, Neffen & Nichten oder auch Enkel. Wir freuen uns, wenn Du diesen Artikel an interessierte Menschen in Deinem Umfeld weiterempfiehlst.

Und für alle, die gerade vielleicht noch einen nicht unerheblichen Aspekt im Kontext der gesunden Schule vermissen: im nächsten Artikel beleuchten wir den immer anspruchsvoller werdenden Schulalltag der LehrerInnen und Schulleitungen und finden Antworten darauf, was diesen hilft, um dauerhaft gesund und gestärkt den Schulalltag zu meistern. Dazu in zwei Wochen mehr an dieser Stelle:-)!

Für heute wünschen wir Dir viel Freude beim Weiterdenken unserer kleinen, gesunden Schul-Inspiration!

Herzlichst,
Andrea & Christine

Wir l(i)eben Gesundheit!

Aus dem 2care Blog