Gegenwärtigkeit - DIE gesunde Kraftquelle

Kennst Du solche oder ähnliche Situationen:

  • Du putzt Dir morgens die Zähne und bist in Gedanken schon längst dabei, Deine to dos des Tages oder sogar der ganzen Woche durchzuplanen?
  • Du triffst Dich mit einem guten Freund, einer guten Freundin und statt aufmerksam zuzuhören, ertappst Du Dich dabei, dass Du immer ungeduldiger wirst und unbedingt Deine Sichtweise oder Deine Erlebnisse mitteilen möchtest?
  • Du wachst nachts auf und kommst vor lauter Gedanken über die Erlebnisse des Tages oder der bevorstehenden Aufgaben gar nicht wieder in den Schlaf?

Es gibt noch viele weitere Beispiele mitten aus dem Leben, die deutlich machen, dass wir Menschen immer öfter dazu neigen, nicht das Jetzt wahrzunehmen, sondern mit unseren Gedanken entweder dem Gestern nachzuhängen oder schon im Morgen, im nächsten Monat oder gar nächsten Jahr zu sein. Dauerhaft ist dies jedoch für unseren Körper, Geist und Seele nicht gesund – denn wir hindern uns damit selbst Stück für Stück am Erleben der Gegenwärtigkeit – am Erleben des Augenblicks – am Erleben des SEINs. Was also tun?

Achtsamkeit als Schlüssel

Achtsamkeit, ein großes Wort, das uns heutzutage in den Medien - von bedeutenden Tageszeitungen, über renommierte Life- und Mindstyle-Magazine bis hin zu den sozialen Netzwerken - immer öfter begegnet. Die Entwicklung dieses Phänomens fußt - wie Du vielleicht schon erahnst - auf den sich verändernden, menschlichen Bedürfnissen: wir sehnen uns in Zeiten von „Multitasking“ (glücklicherweise bricht dieser Irrtum gerade auf und das Wissen um die Qualität von „Monotasking“ breitet sich Schritt für Schritt aus), ständigem erreichbar Sein oder der permanenten Informationsflut immer öfter…

  • nach Entschleunigung.
  • nach Fokussierung auf uns selbst.
  • nach einem bewussten Wahrnehmen des eigenen Lebens.

Manchmal vielleicht leichter gesagt, als getan: teilweise werden manche Menschen schmerzlich auf ihre Bedürfnisse aufmerksam und spüren erst durch körperliche Symptome wie bspw. Herzbeschwerden, chronische Erkrankungen, dass ihr Leben in eine Schieflage geraten ist, in der es einer gesunden, aufmerksamen „Neu“- Ausrichtung bedarf.

Aber wie geht das? Im Gespräch mit Klienten/innen oder Teilnehmern/-innen in unseren Coachings oder Veranstaltungen begegnen uns manchmal Aussagen wie: „Ich würde ja gerne mehr Achtsamkeit im Alltag leben, aber ich habe so viel zu tun, da fehlt mir gerade einfach die Zeit.“ Viele Menschen glauben, dass Achtsamkeit also etwas ist, das wir zusätzlich in den oftmals eh schon gut gefüllten Terminplan mit Beruf, Kindererziehung, Hobbys usw. quasi hineinquetschen müssen. Nein, denn:

„Achtsamkeit bedeutet, dem, was um uns herum und in uns geschieht –
in unserem Körper, Herzen und Geist -,
bewusst die volle Aufmerksamkeit zu schenken.
Achtsamkeit ist Aufmerksamkeit ohne Kritik und ohne Urteil.“

(Dr. med. Jan Chozen Bays)

Mit einer achtsamen Lebenspraxis kommt also nichts hinzu, was Du noch „on top“ in Dein Leben hineinpackst, sondern sie gibt vielmehr dem was ist, neuen Raum:

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Das Jetzt ist entscheidend! Und dabei entscheidest Du, ob und wie Du, ab sofort - quasi ab jetzt - durch die regelmäßige Übung von Achtsamkeit lernst, für die Dinge, so wie sie sind, jetzt & hier, präsent zu sein. Dieses Trainieren der Gegenwärtigkeit trägt ganz elementar dazu bei, dass unser Geist, unsere Gedankenwelt aufhört - besonders in Situationen, die mit Stress, Schmerz und unangenehmen Gefühlen verbunden sind - automatisch gegen alle Unannehmlichkeiten anzukämpfen. Er wird ruhiger und gelassener und gewinnt eine neue Perspektive. Denn alle Empfindungen werden in jedem einzelnen Augenblick wahrgenommen: die schwierigen und schmerzhaften genauso wie die Dinge, die in Ordnung sind.

Achtsamkeit heißt, in jedem Augenblick des Lebens voll da zu sein.

Die Präsenz im gegenwärtigen Augenblick unterstützt uns Menschen also langfristig darin, den Herausforderungen des Alltags heiter, angemessen und somit gesund zu begegnen. Und genau dazu haben wir hier einige konkrete und ganz alltagstaugliche Übungsimpulse für Dich. Schau mal, ob und was für Dich passt, wo sich innerlich etwas regt oder wo Du Dich inspiriert fühlst, Deinen Lebensalltag in achtsamer Form zu praktizieren:

Auf die eigene Körperhaltung achten

Werde Dir mehrmals am Tag Deiner Körperhaltung bewusst: Wie sitze ich gerade? Wie stehe ich? Wie liege ich? Mit dieser kleinen Übung bemerkst Du, in welcher Haltung Du Dich befindest und wie diese sich in Deinem Körper anfühlt. Kleiner Tipp: es ist auch interessant sich der Körperhaltung bewusst zu werden, wenn Du bspw. Schlange stehst, Auto fährst oder in einem Meeting sitzt. Alles wahrnehmen, in dem Augenblick – ohne zu bewerten oder zu urteilen.
Das Gute bei dieser Übung ist: da Körper und Geist eng miteinander verbunden sind und wechselseitig voneinander abhängen, kannst Du versuchen, wenn Geist oder Stimmung absacken – Deine Körperhaltung wieder auszurichten und wahrzunehmen, wie sich das anfühlt.

Drei Atemzüge

Gönne Deinem Geist, so oft es geht, am Tag eine kleine Ruhepause. Bitte dazu Deine inneren Stimmen, die uns sonst gerne mächtig auf Trab halten - wir berichteten u.a. in unserem letzten Artikel über einige dieser Stimmen – für die Dauer von drei Atemzügen zu schweigen. Stell Dir vor, Du schaltest für diese Zeit Dein innerers Radio aus und öffnest alle Deine Sinne, um einfach DA zu sein: für Farben, Geräusche, Berührungen oder Düfte.
Das kannst Du täglich so oft Du magst wiederholen – es ist garantiert sehr gesund:-)!

Ruhende Hände

Entspanne Deine Hände mehrmals am Tag – vollkommen. Dazu lasse Sie für wenigstens einige Sekunden in totalem Stillstand ruhen. Du kannst Sie dazu bspw. mit ineinander liegenden, nach oben geöffneten Handinnenflächen in den Schoß legen und Deine Aufmerksamkeit ganz und gar auf die fast unmerklichen Empfindungen in Deinen stillen Händen richten. Vielleicht hilft es Dir, dabei die Augen zu schließen. Du brauchst nichts zu erreichen - einfach wahrnehmen und bewusst den Empfindungen nachspüren.
Kleiner Tipp: bei dieser Übung ist es wichtig, dass die Hände entspannt sind – dann können auch Körper und Geist entspannen.

Wahrhaftige Komplimente

Denke einmal am Tag an jemanden, der Dir wirklich nahe steht und den Du magst – an eine gute Freundin, ein enges Familienmitglied oder einen besonderen Kollegen - und mache ihr oder ihm ein echtes Kompliment – persönlich und von Herzen. Und je spezifischer das Kompliment, umso wirkungsvoller. Werde Dir außerdem bewusst, welche Komplimente Du in solcher Art erhältst. Nimm wahr, welche Wirkung diese Worte auf Dich haben und wie es sich anfühlt, in dem Augenblick, wenn Du das Kompliment bekommst.
Das Tolle bei dieser Übung: wahre, freundliche Worte sind ein Geschenk und sie erzeugen Reichtum im Herzen – bei dem, der sie erhält und bei dem, der sie sendet – ein doppeltes Geschenk:-)!

Wir wünschen Dir viel Freude beim Leben Deiner Gegenwärtigkeit – probiere Dich aus, schau, was Dir gut tut und zu Dir passt – Du weißt ja, bei uns von 2care gibt es so gut wie kein Richtig und Falsch – eben eine bewertunsgfreie Sichtweise, passend zur achtsamen Lebenspraxis!

Herzliche und achtsame Grüße

Andrea & Christine

Wir l(i)eben Gesundheit!

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